21.01.2020

Reform der Hebammenausbildung

Gesetzgebung

Künftig erfolgt die Ausbildung als wissenschaftliches Studium mit hohem Praxisanteil über sechs bis acht Semester an Hochschulen und nicht wie bisher an Hebammenschulen. Konsequenz der Ausgestaltung der Ausbildung als Studium ist unter anderem, dass als Zugangsvoraussetzung nicht mehr nur eine zehnjährige, sondern eine zwölfjährige Schulbildung erforderlich ist. Eine zehnjährige Schulbildung ist nur ausreichend, wenn zusätzlich eine abgeschlossene Ausbildung in bestimmten Gesundheitsberuf erfolgreich absolviert worden ist. Die Praxisbestandteile im Rahmen des Studiums, sind im Krankenhaus oder im ambulanten Bereich zu absolvieren. Die verantwortliche Praxiseinrichtung hat der angehenden Hebamme bzw. dem angehenden Entbindungshelfer während des gesamten Studiums eine angemessene Vergütung zu zahlen.

Das Gesetz wird Großteils zum 01.01.2020 in Kraft treten, Die Reform soll die Ausbildung den stetig steigenden Anforderungen an Hebammen zur Gesundheitsversorgung von Frauen während der Schwangerschaft anpassen. Das fast 40 Jahre alte Hebammenausbildungsgesetz entsprach nicht mehr den aktuellen Anforderungen. Zudem dient das Reformgesetz der Umsetzung der Berufsanerkennungsrichtlinie der EU. In allen anderen Mitgliedstaaten erfolgt die Ausbildung bereits an Hochschulen. Künftig können Hebammen ihren Beruf also (erleichtert) in allen Mitgliedstaaten ausüben.

Bereits ausgebildete Hebammen und Entbindungshelfer behalten ihre Erlaubnis zur Berufsausübung. Auch wer eine Ausbildung bereits begonnen hat oder noch vor dem 31.12.2022 nach dem bis zum 31.12.2019 geltenden Hebammengesetz beginnt, wird den Beruf nach der Ausbildung ausüben können.

Die Pressemitteilung des Bundesgesundheitsministeriums finden Sie hier.

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