22.12.2019

Reform der Psychotherapeutenausbildung

Gesetzgebung

Am 22.11.2019 wurde das Gesetz zur Reform der Psychotherapeutenausbildung im Bundesgesetzblatt verkündet. Dieses wird im Wesentlichen am 01.09.2020 in Kraft treten. Das bisherige Psychotherapeutengesetz tritt zum 31.08.2020 außer Kraft. Kernstück des Reformgesetzes ist das neue Gesetz über den Beruf der Psychotherapeutin und des Psychotherapeuten (Psychotherapeutengesetz – PsychThG).

Die Änderungen beginnen schon bei der zukünftigen Berufsbezeichnung. So werden Ausübende der Psychotherapie zukünftig nur noch „Psychotherapeut/in“ genannt und nicht wie bisher „Psychologische/r Psychotherapeut/in“ bzw. „Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut/in“. Um diese Berufsbezeichnung verwenden zu dürfen, bedarf es einer entsprechenden Approbation, welche nach Abschluss des Studiums und der Erfüllung der weiteren Voraussetzungen nach § 2 PsychThG n. F. auf Antrag erteilt wird.

Die Ausbildung von Psychotherapeuten, die in Form eines Studiums ausgestaltet ist, wird künftig nur noch an Hochschulen, d.h. Universitäten und diesen gleichgestellten Hochschulen erfolgen. Sie wird in ein fünfjähriges Bachelor-Master-System überführt, welches eine theoretische und berufspraktische Ausbildung vorsieht und mit einer staatlichen „psychotherapeutischen Prüfung“ abschließt.

Das Bundesministerium für Gesundheit hat auf Grund einer Ermächtigung im PsychThG eine Approbationsordnung für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten (PsychThApprO) erlassen. Der Bundesrat hat dieser im Februar 2020 zugestimmt. Hierin sind die wesentlichen Inhalte und Vorgaben bzgl. des Studiums geregelt.

Für die Eintragung ins Arztregister müssen Psychotherapeuten neben der Approbation noch eine Weiterbildung erfolgreich abgeschlossen haben (§ 95c Abs. 1 SGB V), die sich an das Studium anschließt. Von der Vergütung der abrechenbaren Leistungen, welche die Ausbildungs- und Weiterbildungsteilnehmer während der Weiterbildung erbringen, ist ein Anteil (mind. 40 Prozent) an diese weiterzuleiten.

Bereits ausgebildete Psychotherapeuten, die ihre Ausbildung nach dem alten Ausbildungsgesetz absolviert haben, dürfen ihre bisherige Berufsbezeichnung weiterführen. Eine vor Inkrafttreten des Reformgesetzes begonnene Ausbildung kann noch innerhalb einer Übergangsfrist abgeschlossen werden (Ausbildungsabschluss bis zum 01.09.2032). Diese Auszubildenden erhalten nach dem 31.08.2020 jedoch für die Dauer ihrer praktischen Tätigkeit während der Ausbildung eine Vergütung in Höhe von 1.000 Euro pro Monat, sofern die praktische Tätigkeit in Vollzeit abgeleistet wird. Bei einer Ableistung der praktischen Tätigkeit in Teilzeit reduziert sich die Vergütung im Verhältnis, wie die Teilzeit zur Vollzeit reduziert ist. Die Ausbildungsvergütung ist dabei vom Träger der Einrichtung zu zahlen, in der die praktische Tätigkeit absolviert wird.

Ergänzend ist noch darauf hinzuweisen, dass im Rahmen der Reform unter anderem auch noch das Gesetz über befristete Arbeitsverträge mit Ärzten in Weiterbildung (ÄArbVtrG) angepasst wurde. In § 1 ÄArbVtrG wird zum 01.09.2020 ein neuer Absatz 7 eingefügt, wonach die Regelungen des § 1 ÄArbVtrG auch für die Beschäftigung eines Psychotherapeuten im Rahmen einer zeitlich und inhaltlich strukturierten Weiterbildung zum Fachpsychotherapeuten gilt.

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